Psychische Gesundheit soll kein Luxus sein
Mental wellness advocacy in rural communities
In Eswatini ist ein deutlicher Anstieg psychischer Erkrankungen zu verzeichnen. Ursachen hierfür sind unter anderem geschlechtsspezifische Gewalt und Arbeitslosigkeit. Mangelnde Kenntnisse und das fehlende Bewusstsein für psychische Probleme führen oft dazu, dass diese mit Hexerei und dämonischer Besessenheit in Verbindung gebracht werden.
Die Corona-Pandemie hat als initialer Stressfaktor gewirkt und die Prävalenz psychischer Erkrankungen sowohl bei Frauen als auch bei Männern in die Höhe schnellen lassen. Menschen mit psychischen Problemen wie Depressionen oder Angststörungen werden in der Gesellschaft zudem stark diskriminiert. Stigmatisierung und Marginalisierung verursachen Leid und hindern die Menschen daran, Hilfe zu suchen.
Arbeitslosigkeit ist ein weiterer wesentlicher Faktor: Der Mangel an wirtschaftlichen Möglichkeiten trägt zu einem Kreislauf aus Armut und psychischer Belastung bei. Von diesem sind alle Altersgruppen und insbesondere Frauen betroffen. Auch heute noch unterstützen kulturelle Normen die Unterordnung der Frau gegenüber dem Mann. In einigen Haushalten können Frauen Familienangelegenheiten nicht mit ihren Ehemännern besprechen. Sie sind Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt und stehen unter dem Druck, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Das wirkt sich negativ auf ihre psychische Gesundheit aus. Aufgrund gesellschaftlicher Erwartungen, fehlender Ressourcen und kultureller Normen sehen sie sich zudem mit Stigmatisierung und Hindernissen konfrontiert, wenn sie versuchen, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Aus Rückmeldungen von Membatsises freiwilligen Mitarbeiterinnen in den Gemeinden (Community Based Health Volunteers, CBHVs) und den Zielgruppen früherer Sahee-Projekte ! Link zum Projekt:
Jene stärken die Gutes tun sowie gemeinsam mit anderen Geldgebern durchgeführten Projekten hat sich gezeigt, dass etwa 60 Prozent der Frauen und Jugendlichen in ihrem Leben ein Trauma erlebt haben. Berichte von CBHVs zeigen, dass sechs von zehn der besuchten Haushalte von psychischen Problemen betroffen sind.
Aufgrund dieser Analyse konzentriert sich Membatsise in dieser Projektphase auf das Thema psychische Gesundheit. Das Thema wird in die Ausbildung der Mitarbeitenden, der CBHVs, sowie der Frauen aus Selbsthilfegruppen (SHGs) integriert. Die SHGs wurden als Zielgruppe ausgewählt weil hier eine doppelt positive Wirkung erhofft wird: einerseits eine Steigerung des Wohlbefindens, andererseits eine erhöhte Leistungsfähigkeit der SHGs in Bezug auf Sparen, Kreditvergabe und dem Aufbau von Mikrounternehmen. Gleichzeitig ist es wichtig, Männer und lokale Führungskräfte einzubeziehen, um das Bewusstsein und Verständnis für psychische Probleme innerhalb der Gemeinden zu schärfen.
Ziele des Projekts:
1. Steigerung des Selbstvertrauens, des Selbstwertgefühls und der Resilienz (die Fähigkeit, soziale und wirtschaftliche Krisen zu bewältigen) von SHG-Mitglieder.
2. Erhöhtes Bewusstsein und Pro-Aktivität der Gemeindevorsteher, CBHVs und Männer psychische Probleme zu erkennen und darauf zu reagieren.
Die wichtigsten Aktivitäten zur Erreichung dieser Ziele sind:
1. Ausbildung im Bereich psychische Gesundheit:
a) Durchführung von Schulungen zum Thema psychische Gesundheit für 25 CBHVs und 5 Mitarbeiter von Membatsise.
b) Durchführung von Schulungen zu den Themen psychische Gesundheit und geschlechtsspezifische Gewalt für SHG-Mitglieder (100 Frauen).
2. Bekämpfung von Stigmatisierung und Marginalisierung durch Sensibilisierung:
a) Durchführung von Dialogen über psychische Gesundheit und geschlechtsspezifische Gewalt für Männer (100).
b) Durchführung von Stakeholder-Treffen mit lokalen Behörden, Dienstleistern und NGOs in drei Tinkundla.
Ort
Hhohho Region, Mhlangatane, Mayiwane and Timphisini Thinkundla (Karte)
Begünstigte
Frauen: 130 direkt, 50 indirekt
Männer: 120 direkt, 50 indirekt
Projektkosten und Begleitung durch sahee
Das Projekt kostet ingesamt CHF 37’400.–. Es wird vollständig durch sahee finanziert.
Sahee steht in regelmäßigem Kontakt mit den Projektverantwortlichen, überwacht die Aktivitäten und besucht das Projekt einmal im Jahr vor Ort.
Zeitraum der Unterstützung
1. September 2025 bis 31. August 2027
Lokaler Partner
Membatsise Home Based Care
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